Schlagwort: Stadtgeschichte

  • Verwaltung lehnt dauerhafte Ausstellung der Wattenscheider Karnevals-Ahnengalerie im Rathaus ab

    Beratungsfolge

    DatumGremiumErgebnis
    19.05.2026Bezirksvertretung Bochum-WattenscheidDie Anfrage wird schriftlich beantwortet.
    30.06.2026Bezirksvertretung Bochum-Wattenscheidnoch nicht beraten

    Die Stadtverwaltung sieht derzeit keine Möglichkeit, die historische Ahnengalerie des Festausschusses Wattenscheider Karneval dauerhaft im Rathaus Wattenscheid unterzubringen. Als Begründung nennt sie brandschutztechnische Anforderungen sowie fehlende Sicherheit gegen Diebstahl und Beschädigung.

    Hintergrund: Galerie mit 78-jähriger Geschichte sucht sicheren Standort

    Der Festausschuss Wattenscheider Karneval besitzt eine Ahnengalerie aller Wattenscheider Prinzenpaare seit dem Jahr 1948. Die Sammlung dokumentiert das karnevalistische Engagement in der Stadt über mehrere Jahrzehnte und gilt als bedeutendes Stück lokaler Brauchtums- und Stadtgeschichte.

    Bisher war die Galerie in verschiedenen Gaststätten und Kneipen untergebracht. Die zunehmende Schließung solcher Lokalitäten macht eine dauerhafte Unterbringung jedoch schwieriger. Zusätzlich kam es bei einer öffentlichen Ausstellung zu einem Einbruch, bei dem unter anderem ein Orden entwendet wurde.

    Die CDU-Bezirksfraktion Wattenscheid hatte daraufhin in der Sitzung der Bezirksvertretung Bochum-Wattenscheid am 19. Mai 2026 beantragt zu prüfen, ob das Rathaus Wattenscheid als dauerhafter Standort infrage kommt. Als symbolische Begründung wurde angeführt, dass alle Prinzenpaare traditionell im Rathaus gewählt werden. Für die Präsentation steht bereits ein beleuchteter Ausstellungsschrank mit den Maßen 180 × 180 × 16 Zentimeter zur Verfügung.

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    Verwaltung nennt zwei wesentliche Hinderungsgründe

    Die Verwaltung beantwortet die vier gestellten Fragen zusammenhängend und kommt zu einem ablehnenden Ergebnis. Sie nennt dabei zwei zentrale Probleme:

    • Brandschutz: Eine Präsentation in den Fluren des Rathauses wäre zwar grundsätzlich der naheliegendste Ansatz, müsste jedoch vorab brandschutztechnisch umfassend geprüft werden. Insbesondere dürfen Flucht- und Rettungswege weder eingeschränkt noch zusätzlicher Brandlast ausgesetzt werden. Eine solche Prüfung liegt bislang nicht vor.
    • Sicherheit: Im öffentlich zugänglichen Bereich des Rathauses kann kein dauerhafter und ausreichender Schutz vor Diebstahl oder Beschädigung gewährleistet werden. Eine frei zugängliche Präsentation ist daher aus Sicherheitsgründen nicht umsetzbar.

    Einlagerung als Übergangslösung möglich

    Die Verwaltung erklärt, weiterhin im Rahmen regulärer immobilienwirtschaftlicher Prozesse nach geeigneten Möglichkeiten suchen zu wollen. Gegenwärtig sieht sie jedoch keine Option, dem Anliegen zu entsprechen.

    Als alternative Maßnahme schlägt die Verwaltung eine sachgerechte Einlagerung der Objekte im Kellergeschoss des Rathauses vor, um die Sammlung zumindest vor weiteren Schäden zu schützen. Eine öffentliche Präsentation wäre damit allerdings nicht verbunden.

    Die Bezirksvertretung Bochum-Wattenscheid befasst sich mit der Antwort der Verwaltung in ihrer Sitzung am 30. Juni 2026.

  • Gestohlene Bronzeskulptur vor Stadthalle Wattenscheid: Verwaltung sieht keine Pläne für Ersatz

    Beratungsfolge

    DatumGremiumErgebnis
    07.05.2026RatDie Anfrage wird schriftlich beantwortet.
    18.06.2026Ratnoch nicht beraten

    Eine etwa 500 Kilogramm schwere kinetische Bronzeplastik von Werner Habig wurde Mitte April vor der Stadthalle Wattenscheid gestohlen. Die Stadt bewertet den Verlust des kunsthistorisch bedeutsamen Werks als sehr bedauerlich, plant aber derzeit keinen Ersatz.

    Die CDU-Fraktion hatte in der Ratssitzung vom 7. Mai 2026 Fragen zum Diebstahl der Bronzeskulptur gestellt, die am 16. oder 17. April 2026 entwendet worden war. Das Kunstmuseum antwortete nun auf die Anfrage der Christdemokraten.

    Keine Erkenntnisse zum Tathergang

    Zum genauen Ablauf des Diebstahls kann die Verwaltung keine Angaben machen. Das Kunstmuseum ist nach eigenen Angaben nicht in die polizeilichen Ermittlungen eingebunden und hat über den genauen Tathergang keine Kenntnis. Auch zu möglichen Zeugenhinweisen liegen der Kulturverwaltung keine Informationen vor.

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    Skulptur war in Steinsockel eingelassen

    Die gestohlene kinetische Bronzeplastik wog etwa 500 Kilogramm und war in einen steinernen Sockel eingelassen. Trotz dieser Sicherung gelang es den unbekannten Tätern, das schwere Kunstwerk zu entwenden.

    Kunsthistorisch bedeutsames Werk aus den 1960er Jahren

    Die Kulturverwaltung stuft den Verlust als sehr bedauerlich ein. Bei der Plastik aus den frühen 1960er Jahren handelte es sich um eines der ersten Werke konkreter Kunst in Bochum und eines der ersten kinetischen Objekte in der Stadt.

    Der Schöpfer Werner Habig war Absolvent der Düsseldorfer Kunstakademie und dort Schüler von Zoltan Székessy. Er arbeitete als Maler und Bildhauer und war Kunsterzieher am Wattenscheider Jungengymnasium. Die Plastik wurde 2008 umfangreich restauriert.

    Keine Pläne für neue Skulptur

    Auf die Frage der CDU-Fraktion, ob bereits Pläne für die Errichtung einer neuen Skulptur existieren, möglicherweise in Zusammenarbeit mit Kunstlehrerinnen und -lehrern der Märkischen Schule, antwortete die Verwaltung mit einem knappen „Nein“.

  • Soldatenfigur des Kriegerdenkmals in Langendreer soll entfernt und eingelagert werden

    Beratungsfolge

    DatumGremiumErgebnis
    03.06.2026Ausschuss für Planung und Grundstückenoch nicht beraten
    03.06.2026Bezirksvertretung Bochum-Ostnoch nicht beraten

    Die Ehrenmal-Vereinigung e.V. beantragt den Rückbau der beschädigten Soldatenfigur am denkmalgeschützten Kriegerehrenmal an der Unterstraße/Ecke Alte Bahnhofstraße. Die Untere Denkmalbehörde will dem Antrag stattgeben und sieht den Denkmalwert weiterhin als erhalten an.

    Wiederholte Vandalismus-Schäden als Auslöser

    Das seit 2006 unter Denkmalschutz stehende Kriegerehrenmal ist seit Jahren von Beschädigungen betroffen. Besonders der Kopf der Soldatenfigur wird wiederholt abgeschlagen. Darüber hinaus kommt es regelmäßig zu Verunstaltungen, indem verschiedene Gegenstände anstelle des fehlenden Kopfes aufgesetzt werden.

    Die Ehrenmal-Vereinigung e.V. als Eigentümerin des Denkmals sieht sich aus Alters- und finanziellen Gründen nicht mehr in der Lage, die wiederkehrenden Schäden zu beseitigen. Der Verein verspricht sich von der Entfernung der Soldatenfigur und der stattdessen geplanten Anbringung einer Gedenktafel eine Verringerung der Angriffsfläche für weitere Beschädigungen.

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    Übergabe an Nachfolger geplant

    In vorausschauender Weise beabsichtigt der Verein, das Denkmal im sanierten Zustand an mögliche Nachfolger zu übergeben. Entsprechende Gespräche wurden bereits mit dem Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e.V. geführt.

    Denkmalbehörde sieht Chance für neue Erinnerungskultur

    Die Untere Denkmalbehörde hat sich intensiv mit dem Stadtarchiv – Bochumer Zentrum für Stadtgeschichte ausgetauscht. Beide Stellen teilen die Auffassung, dass die Funktion des Objekts als Denkmal nicht davon abhängt, ob der Soldat zukünftig Teil des Denkmals sein wird oder nicht.

    Das Stadtarchiv ist der Ansicht, dass der partielle Rückbau des Soldaten die Chance bietet, in einer anderen Formensprache auch einer anderen Auffassung von Gedenk- und Erinnerungskultur Raum zur Entfaltung zu geben. Die Skulptur verleihe dem Denkmal eine aus der Entstehungszeit zu begreifende martialisch-militaristische Form.

    Auflagen für den Rückbau

    Die Untere Denkmalbehörde beabsichtigt, für die Entfernung der Soldatenfigur eine Erlaubnis zu erteilen. Dem Verein soll aufgegeben werden sicherzustellen, dass:

    • Die Reste der Figur zerstörungsfrei entfernt und geeignet eingelagert werden
    • Die als Ersatz geplante Gedenktafel baulich und inhaltlich mit der Unteren Denkmalbehörde und dem Zentrum für Stadtgeschichte abgestimmt wird

    Die Stadt hat nicht die Intention, das Kriegerehrenmal als Eigentümerin zu übernehmen. Dem Antrag soll erst stattgegeben werden, wenn mögliche Eigentümernachfolger festgelegt werden konnten.

    Denkmalwert bleibt erhalten

    Aus denkmalfachlicher Sicht bleibt der Denkmalwert des Kriegerehrenmals erhalten; es erfolgt lediglich eine Fortschreibung des Denkmalumfangs. Die Entscheidung wurde mit der zuständigen Fachbehörde des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL) abgestimmt.

  • Informationstafel für ehemaligen Friedhof Dahlhauser Heide geplant

    Beratungsfolge

    DatumGremiumErgebnis
    21.05.2026Bezirksvertretung Bochum-Mittenoch nicht beraten

    Die Verwaltung schlägt vor, eine allgemeine Informationstafel über Gut Dahlhausen und den früheren Begräbnisplatz aufzustellen. Eine spezielle Stele zur Familie Schragmüller hält sie für entbehrlich.

    Die Verwaltung hat die Umsetzung des Beschlusses der Bezirksvertretung Bochum-Mitte vom Februar 2022 zum ehemaligen Friedhof Dahlhauser Heide geprüft. Ursprünglich sollten Vorschläge aus einer interkommunalen Konzeptstudie umgesetzt werden, einschließlich einer Informationsstele zur Geschichte der Familie Schragmüller.

    Wege saniert, Vegetation gepflegt

    Im Jahr 2024 führte der Technische Betrieb bereits umfangreiche Arbeiten in dem Wäldchen durch. Die Wege wurden saniert und die Begehbarkeit wesentlich verbessert. Außerdem fanden Pflegemaßnahmen im Gehölz- und Vegetationsbestand statt, auch zur Verbesserung der Verkehrssicherheit.

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    Keine spezielle Schragmüller-Stele

    Nach eingehender Prüfung der historischen Quellen durch das Stadtarchiv kam die Verwaltung zu dem Schluss, dass sich eine hinreichend belegbare Geschichte des „Erbbegräbnis Schragmüller“ nicht ermitteln lässt. Die Familie Schragmüller habe, von wenigen Individuen abgesehen, keine besondere Relevanz für die Geschichte Bochums oder des Stadtteils Hordel. Insbesondere für prominentere Familienmitglieder wie Elisabeth und Johannes Konrad Schragmüller lasse sich keinerlei Bezug zu Bochum herleiten.

    Allgemeine Informationstafel vorgeschlagen

    Stattdessen schlägt die Verwaltung die Errichtung einer allgemeinen Informationstafel vor. Diese soll in räumlicher Nähe einer aufzustellenden Sitzbank über folgende Themen informieren:

    • Gut Dahlhausen
    • Die Besitzerfamilien von Düngelen und Schragmüller
    • Den früheren Begräbnisplatz
    • Die Veräußerung der Hordeler Heide an die Firma Krupp

    Die Verwaltung verzichtet bewusst auf eine Corten-Stahlstele im Rahmen der Kernaktivität „Erinnern statt Vergessen“ und schlägt stattdessen eine herkömmliche Informationstafel vor.

    Kosten und Finanzierung

    Der Auftrag vom Februar 2022 kann durch folgende Maßnahmen umgesetzt werden:

    • Aufstellung einer Sitzbank: circa 1.000 Euro
    • Aufstellung einer Informationstafel: circa 2.500 Euro

    Die erforderlichen Finanzmittel müssen von der Bezirksvertretung Bochum-Mitte bereitgestellt und die Umsetzung beschlossen werden. Ein Textentwurf für die Informationstafel liegt der Vorlage als Anlage bei.

  • Verwaltung lehnt Teilerhalt des Schulzentrums Bochum-Nord ab

    Beratungsfolge

    DatumGremiumErgebnis
    14.01.2026Ausschuss für Schule und BildungDie Anfrage wird schriftlich beantwortet.
    21.05.2026Ausschuss für Schule und Bildungnoch nicht beraten
    28.05.2026Betriebsausschuss für die Eigenbetriebenoch nicht beraten

    Die Verwaltung sieht eine komplette Neuplanung als erforderlich an, falls Teile des alten Schulzentrums Bochum-Nord erhalten bleiben sollen. Zudem können derzeit keine alternativen Räume für ein geplantes Stadtteil-Museum bereitgestellt werden.

    Die Stadt Bochum hat auf eine CDU-Anfrage zum Schulzentrum Bochum-Nord geantwortet und dabei ihre ablehnende Haltung zum Teilerhalt des Bestandsgebäudes bekräftigt. Gleichzeitig wurden Fragen zu alternativen Möglichkeiten für ein geplantes Stadtteil-Museum beantwortet.

    Komplette Neuplanung bei Teilerhalt erforderlich

    Die Verwaltung kann die von der CDU-Fraktion gestellten Fragen zu Kosten, Genehmigungsdauer und technischen Anforderungen für einen Teilerhalt nicht auf Basis des vorhandenen Planungsstandes beantworten. Sämtliche Planungen und Wettbewerbe inklusive des Realisierungsbeschlusses aus 2019 basieren auf dem vollständigen Abbruch des Bestandsgebäudes.

    Ein Teilerhalt würde nach Angaben der Verwaltung eine Überplanung der gesamten Maßnahme erfordern. Folgende Neuplanungen wären notwendig:

    • Tragwerkplanung mit Neubewertung der Statik
    • Komplette TGA-Neubetrachtung von Heizung, Lüftung, Sanitär und Elektro
    • Neubewertung der Netzkapazitäten (Fernwärme bereits am Limit)
    • Neues Brandschutz- und Rettungswegekonzept
    • Neue Freianlagenplanung für Ersatzpflanzungen, barrierefreie Wege und Feuerwehrzufahrten

    Die Verwaltung betont, dass es sich hierbei um eine komplette Neubetrachtung der Maßnahme samt neuem Bauantrag und Betriebskonzept handeln würde. Bestehende Aufträge könnten nicht wie beauftragt durchgeführt werden, und der geplante Fertigstellungstermin im Sommer 2026 wäre nicht mehr realisierbar.

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    Keine alternativen Räume für Stadtteil-Museum

    Bezüglich der Frage nach einem „Stadtteil-Museum als Lern-, Erfahrungs- und Begegnungsort“ im Zentrum von Gerthe sieht die Verwaltung derzeit keine realisierbaren Möglichkeiten. Der Bermanns-Kameradschafts-Verein „Glückauf Gerthe 1891 e.V.“ hatte seine bisherigen Räume an der Frauenlob-Schule in Hiltrop aufgeben müssen. Zur Einlagerung der Sammlung wurde ein Raum in der Lenneschule bereitgestellt.

    Zugang zu Exponaten während Dienstzeiten möglich

    Der Verein kann während der Dienstzeiten des Schulhausmeisters in der Regel auch kurzfristig das Gebäude betreten, um an seine Exponate zu gelangen. Da das Gebäude nicht mehr als Schulgebäude betrieben wird und auch zur Lagerung anderer Gegenstände genutzt wird, ist ein Zugang ohne Schulhausmeister nicht möglich.

    Sowohl städtische Immobilien als auch potenziell nutzbare externe Liegenschaften sind laut Verwaltung aufgrund bestehender Nutzungen, baulicher Einschränkungen oder anderer planerischer Überlegungen nicht für eine dauerhafte Ausstellung verfügbar. Die Verwaltung will im Rahmen der regulären immobilienwirtschaftlichen Prozesse weiterhin nach Möglichkeiten suchen.

    Für Vereinsarbeit zur lokalen Historie oder als Begegnungs- und Bildungsort für die Lokalgeschichte können aktuell und kurzfristig keine städtischen Räumlichkeiten zur Verfügung gestellt werden. Ob sich perspektivisch und mittelfristig im Stadtbezirk Bochum-Nord Möglichkeiten ergeben könnten, müsste anlassbezogen geprüft werden.

  • Lore-Agnes-Raum soll ins Haus des Wissens übertragen werden

    Beratungsfolge

    DatumGremiumErgebnis
    07.05.2026Ratnoch nicht beraten
    RatDie Anfrage wird schriftlich beantwortet.

    Die Stadt will die Erinnerung an Lore Agnes, eine der ersten Frauen im Deutschen Reichstag, auch im künftigen Haus des Wissens fortführen. Konkrete Pläne für Räumlichkeiten oder Flächen gibt es aber noch nicht.

    SPD fragt nach Umsetzung des Beschlusses

    Die SPD-Fraktion hatte in der Ratssitzung vom 19. März 2026 nach dem aktuellen Stand der Planungen gefragt. Hintergrund ist ein Beschluss der Ausschüsse für Schule und Bildung sowie für Kultur und Tourismus aus dem Frühjahr 2022. Damals wurde zunächst der Clubraum der Volkshochschule im Bildungs- und Verwaltungszentrum nach Lore Agnes benannt, einer der ersten weiblichen Abgeordneten im Deutschen Reichstag von 1919.

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    Übertragung ins Haus des Wissens geplant

    Die Ausschüsse hatten gleichzeitig beschlossen, die Erinnerung an Lore Agnes nach dem Umzug von VHS und Stadtbibliothek in geeigneter Weise in das Haus des Wissens zu übertragen. Die SPD wollte nun wissen, welche Flächen oder Räumlichkeiten dafür vorgesehen sind.

    Verwaltung vertagt Konkretisierung

    Die Verwaltung bestätigt in ihrer Antwort das grundsätzliche Vorhaben: „Die Erinnerung an Lore Agnes soll auch im Haus des Wissens weiterleben.“ Wie dies umgesetzt werden soll, bleibt jedoch offen. Die Frage werde „im weiteren Prozess der Umsetzung konkretisiert werden“ und müsse im Rahmen des Gesamtkonzepts des Hauses betrachtet werden.

    Die Antwort der Verwaltung steht am 7. Mai 2026 im Rat zur Kenntnisnahme an.

  • CDU beantragt Umbenennung der Lerschstraße nach Ottilie von Hansemann

    Beratungsfolge

    DatumGremiumErgebnis
    23.04.2026Bezirksvertretung Bochum-Mittenoch nicht beraten

    Die CDU-Fraktion in der Bezirksvertretung Bochum-Mitte hat einen Änderungsantrag zur Umbenennung der Lerschstraße eingereicht. Als neue Namensgeberin schlägt sie die Frauenrechtlerin Ottilie von Hansemann vor, die mit dem Bochumer Verein verbunden war.

    Vorschlag für systematische Namensfindung

    Die Christdemokraten wollen die Verwaltung beauftragen, eine Beschlussvorlage zur Umbenennung der nach Heinrich Lersch benannten Straße auszuarbeiten. Dabei soll vorzugsweise eine Frau als Namensgeberin gewählt werden, die im systematischen Kontext der übrigen Straßennamen des Viertels steht – idealerweise mit Bezug zur Stahlarbeit und insbesondere zum Bochumer Verein.

    Als konkrete Alternative schlägt die CDU Ottilie von Hansemann vor oder hilfsweise eine der Namensgeberinnen aus der bereits von der Bezirksvertretung beschlossenen Liste (Vorlage Nr. 20211436). Falls eine personenbezogene Benennung nicht gewünscht wird, könnte alternativ ein Straßenname gewählt werden, der die Bedeutung des Bochumer Vereins würdigt – beispielsweise „Radreifenweg“.

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    Bürgerbeteiligung und Kostenbeteiligung geplant

    Der Antrag sieht vor, die Anwohnerinnen und Anwohner vorab in die Namensfindung einzubeziehen. Zusätzlich soll geprüft werden, inwieweit sich die Stadt Bochum an den anfallenden Kosten der Betroffenen beteiligen kann.

    Ottilie von Hansemann als Wegbereiterin des Frauenstudiums

    In der Begründung hebt Bezirksvertreter David Schary hervor, dass Ottilie von Hansemann (1840-1919) weit mehr als nur die „Frau an der Seite“ ihres Mannes war. Als Ehefrau des Unternehmers Adolph von Hansemann, der unter anderem Aufsichtsratsvorsitzender des Bochumer Vereins war, setzte sie das durch den Bochumer Verein und die Gelsenkirchener Bergwerks-AG erwirtschaftete Vermögen ihres Mannes für sozialpolitische Ziele und Stiftungen ein.

    Die CDU bezeichnet sie als strategische Philanthropin und eine der wichtigsten Wegbereiterinnen für das Frauenstudium in Deutschland. Ohne das finanzielle Fundament und den politischen Druck von Frauen wie ihr hätte sich die deutsche Bildungslandschaft deutlich langsamer geöffnet. Schary sieht in ihrer Haltung eine Metapher für den ständigen Strukturwandel der Stadt: „Sie verstand, dass Stahl und Kohle zwar die Wirtschaft antrieben, aber Bildung der Rohstoff war, der die Gesellschaft transformieren würde.“

  • AfD beantragt kreative Lösung für Lersch-Straße

    Die AfD-Fraktion in der Bezirksvertretung Bochum-Mitte schlägt vor, die Lersch-Straße nicht umzubenennen, sondern einfach einen anderen Namensgeber festzuschreiben. Statt des umstrittenen „Arbeiterdichters“ Heinrich Lersch soll die Straße nach einem Kölner Abdecker und Hundefänger aus dem 19. Jahrhundert benannt werden.

    Änderungsantrag als kostensparende Alternative

    Die AfD-Fraktion hat einen Änderungsantrag zu einem Umbenenungsantrag von SPD, Grünen und Linken eingereicht. Während die anderen Fraktionen eine komplette Umbenennung der Lersch-Straße fordern, schlägt die AfD eine pragmatische Alternative vor: Die Stadtverwaltung soll in den entsprechenden Unterlagen festhalten, dass die Straße nach Andreas Leonard Lersch benannt ist – einem 1840 in Köln geborenen Abdecker und Hundefänger.

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    Einigkeit über problematischen Namensgeber

    In der Begründung des Antrags stimmt die AfD-Fraktion den anderen Parteien zu, dass Heinrich Lersch, den sie als „Hitlerverehrer“ und „Verfasser schlechter Liebesgedichte und schwülstiger nationalpathetischer Kriegslyrik“ bezeichnet, keine Straße gewidmet sein sollte.

    Kartendaten: © OpenStreetMap

    Kostengründe als Hauptargument

    Als Hauptargument gegen eine Umbenennung führt die AfD hohen Verwaltungsaufwand und erhebliche Kosten für die Anwohner an. Diese müssten Personalausweise umschreiben lassen und Banken, Versicherungen sowie Freunde über die neue Adresse informieren. Diese Kosten seien „nur des guten Gefühls wegen nicht gerechtfertigt“.

    Andreas Leonard Lersch als „leuchtendes Vorbild“

    Der vorgeschlagene neue Namensgeber Andreas Leonard Lersch wird als „Kölner Original“ beschrieben, der zunächst erfolgloser Schauspieler war und dann als Abdecker „durch tätige Arbeit die hygienischen Umstände seiner Stadt erheblich verbesserte“. Durch sein System, herrenlose Hunde einzufangen und erst gegen Vorsprache der Besitzer wieder herauszugeben, steigerte er das Hundesteueraufkommen Kölns in zwei Jahren um fast 150 Prozent.

    Die AfD argumentiert, dass dieser Andreas Leonard Lersch in einer „theateraffinen Stadt wie Bochum, die stolz ist auf einen der höchsten Hundesteuersätze in NRW, in vielerlei Hinsicht als leuchtendes Vorbild dienen“ könne.

  • Stadtarchiv präsentiert Programm 2026 mit Vorträgen und Filmreihe

    Beratungsfolge

    DatumGremiumErgebnis
    12.02.2026Ausschuss für Kultur und TourismusDie Vorlage der Verwaltung wird zur Kenntnis genommen.

    Das Stadtarchiv – Bochumer Zentrum für Stadtgeschichte setzt auch 2026 seine erfolgreichen Veranstaltungsreihen zur Lokalgeschichte fort. Dr. Kai Rawe stellt das Programm im Kulturausschuss vor.

    Bewährte Formate werden fortgesetzt

    Das Stadtarchiv – Bochumer Zentrum für Stadtgeschichte plant für das Jahr 2026 die Fortsetzung seiner beiden etablierten Veranstaltungsreihen. Sowohl die „Reihe zur Bochumer Geschichte“ mit lokal- und regionalhistorischen Vorträgen als auch die beliebte Filmreihe „Archivkino“ werden weitergeführt.

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    Vorstellung im Kulturausschuss

    Dr. Kai Rawe, der Leiter des Stadtarchivs, wird das detaillierte Programm am 12. Februar 2026 dem Ausschuss für Kultur und Tourismus vorstellen. Die Sitzung dient der Kenntnisnahme des geplanten Veranstaltungsprogramms.

    Die Verwaltungsmitteilung dokumentiert die kontinuierliche kulturelle Bildungsarbeit des Stadtarchivs, das als zentrale Einrichtung für die Erforschung und Vermittlung der Stadtgeschichte fungiert.

  • Wissenschaftlicher Beirat des Stadtarchivs wird aufgelöst

    Beratungsfolge

    DatumGremiumErgebnis
    12.02.2026Ausschuss für Kultur und TourismusDie Vorlage der Verwaltung wird zur Kenntnis genommen.

    Nach über 20 Jahren wird die Arbeit des wissenschaftlichen Beirats des Stadtarchivs – Bochumer Zentrum für Stadtgeschichte beendet. Das Gremium hatte die Institution bei der Erweiterung ihrer Aufgaben zu einem historischen Museum unterstützt.

    Aufgabe als erfüllt angesehen

    Der wissenschaftliche Beirat war im Jahr 2005 auf Initiative des Stadtarchivs vom damaligen Ausschuss für Kultur und Wissenschaft eingerichtet worden. Seine Aufgabe bestand darin, das Stadtarchiv bei der Erweiterung seiner Tätigkeiten zu einem historischen Museum zu begleiten und zu unterstützen.

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    Eigenständige Expertise entwickelt

    Wie Dr. Kai Rawe in seiner Mitteilung an den Ausschuss für Kultur und Tourismus darlegt, hat das Stadtarchiv – Bochumer Zentrum für Stadtgeschichte inzwischen nicht nur ein vielfältiges fachlich-wissenschaftliches Netzwerk aufgebaut, sondern auch selbst Expertise in der seinerzeit neuen Aufgabe entwickelt. Die Institution vermittelt erfolgreich als historisches Museum das Wissen um die Stadtgeschichte.

    Beratung im Februar

    Die Mitteilung wird am 12. Februar 2026 dem Ausschuss für Kultur und Tourismus zur Kenntnisnahme vorgelegt. Die Auflösung des Beirats markiert einen Meilenstein in der Entwicklung des Stadtarchivs, das seine erweiterten Aufgaben nun eigenständig wahrnimmt.