Beratungsfolge
| Datum | Gremium | Ergebnis |
|---|---|---|
| 20.01.2026 | Ausschuss für Mobilität, Digitalisierung und Infrastruktur | Die Vorlage der Verwaltung wird zur Kenntnis genommen. |
Die Verwaltung hat den SPD-Vorschlag zur Verlängerung der Buslinie 357 von Dahlhausen über die Stadtgrenze nach Essen-Eiberg abgelehnt. Als Hauptgründe werden Parallelverkehr zur S-Bahn, hohe Kosten und schwache Fahrgastnachfrage genannt.
Die SPD hatte angefragt, die Linie 357 vom aktuellen Endpunkt „Am Ruhrort“ in Dahlhausen bis zur Haltestelle Hörsterfeld oder sogar bis zum S-Bahnhof Eiberg zu verlängern. Dadurch sollten Dahlhauser Bürger besseren Zugang zu Einrichtungen in den Essener Stadtteilen Hörsterfeld, Horst und Eiberg erhalten.
Parallelverkehr zur S-Bahn als Hauptproblem
Die Verwaltung sieht in der vorgeschlagenen Verlängerung einen problematischen Parallelverkehr zur S-Bahn-Linie S3. Diese verbindet bereits Bochum-Dahlhausen über den S-Bahnhof Horst mit Essen-Steele und der Essener Innenstadt. Bereits vor fünf Jahren musste der Takt der S3 aufgrund schwacher Fahrgastnachfrage von 20 auf 30 Minuten ausgedünnt werden.
Eine zusätzliche Buslinie parallel zu diesem bereits schwach frequentierten Schienenverkehr würde gegen das Prinzip der Wirtschaftlichkeit verstoßen, argumentiert die Verwaltung. Die Grunderschließung der Gebiete sei durch die S-Bahn S3 und lokale Buslinien im Essener Stadtgebiet bereits gewährleistet.
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Jetzt abonnierenHohe Kosten im sechsstelligen Bereich
Die prognostizierten Mehrkosten für eine Linienverlängerung lägen im mittleren sechsstelligen Euro-Bereich pro Jahr. Diese würden zusätzliche Fahrpersonalkosten, Fahrzeugvorhaltung und Infrastrukturkosten umfassen. Die Verwaltung sieht diese Kosten in keinem vertretbaren Verhältnis zum erwarteten Fahrgastzuwachs.
Auch einen einjährigen Versuchsbetrieb 2026/27 lehnt die Verwaltung ab. Das Risiko, die Verbindung nach dem Testzeitraum wieder einstellen zu müssen, sei zu hoch. Zudem müsste die Stadt Essen als Aufgabenträger die zusätzliche Leistung bei BOGESTRA und Ruhrbahn bestellen – was nach Absprache nicht vorgesehen ist.
Alternative Lösungen in Planung
Im Rahmen der Fortschreibung der Nahverkehrspläne beider Städte wollen die Aufgabenträger und Verkehrsunternehmen BOGESTRA und Ruhrbahn alternative, wirtschaftlichere Maßnahmen zur Optimierung der interkommunalen Verkehre prüfen. Grenzüberschreitende Verkehre bleiben dabei im Fokus der Planungen.
Die Antwort wird am 20. Januar 2026 dem Ausschuss für Mobilität, Digitalisierung und Infrastruktur zur Kenntnisnahme vorgelegt.
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