Beratungsfolge
| Datum | Gremium | Ergebnis |
|---|---|---|
| 25.02.2026 | Ausschuss für Mobilität, Digitalisierung und Infrastruktur | Herr Dr. Reinirkens regt an, die Beantwortung im zuständigen Haupt- Wirtschafts- und Finanzausschuss vorzunehmen.Die Anfrage wird schriftlich beantwortet. |
Die Fraktion „Die Linke im Rat“ hinterfragt die Abhängigkeit der Stadtverwaltung von US-amerikanischen Software-Anbietern wie Microsoft und fordert eine Bewertung europäischer Alternativen. In einer Anfrage an den Ausschuss für Mobilität, Digitalisierung und Infrastruktur werden Kosten, Datenschutz und strategische Risiken thematisiert.
Die Linksfraktion macht in ihrer Anfrage deutlich, dass etwa 5.500 der rund 6.000 Beschäftigten der Stadtverwaltung täglich Software wie Microsoft 365 nutzen, die überwiegend von US-Anbietern stammt. Als Begründung für ihre kritische Haltung verweist die Fraktion auf europäische Trends, wonach öffentliche Verwaltungen ihre Abhängigkeit von großen US-Technologieunternehmen zunehmend hinterfragen.
Internationale Beispiele als Warnung
Besonders prominent führt die Anfrage das Beispiel des Internationalen Strafgerichtshofs in Den Haag an, der Microsoft 365 durch die Open-Source-Suite OpenDesk ersetzt. Diese Entscheidung sei einem Vorfall geschuldet, bei dem der E-Mail-Zugang des Chefanklägers aufgrund politischer Spannungen mit der US-Regierung unterbrochen wurde. Auch Frankreich habe Microsoft Teams durch staatliche Plattformen ersetzt.
Ratskompass-Newsletter
Neue Ratsentscheidungen direkt ins Postfach. Kostenlos, werbefrei, jederzeit abbestellbar.
Jetzt abonnierenSechs Fragenkomplexe zur digitalen Unabhängigkeit
Die Linksfraktion stellt insgesamt sechs umfangreiche Fragenkomplexe:
Kosten und Wirtschaftlichkeit: Gefragt wird nach den aktuellen und prognostizierten Gesamtkosten für Microsoft 365 und andere US-basierte Dienste sowie deren Bewertung im Vergleich zu europäischen Alternativen.
Datenschutz und Rechtssicherheit: Die Fraktion will wissen, wie die DSGVO-Konformität bei US-Diensten sichergestellt wird und ob juristische Bewertungen zu Konflikten zwischen dem US-amerikanischen CLOUD Act und europäischen Datenschutzstandards vorliegen.
Entscheidungsfindung: Kritisch hinterfragt wird, warum sich die Verwaltung für Microsoft 365 entschieden hat, obwohl in Bochum selbst mit dem Zentrum für Digitale Souveränität europäische Open-Source-Alternativen entwickelt werden.
Strategische Ausrichtung gefordert
Weitere Fragen zielen auf strategische Aspekte ab: Wie die Verwaltung ihre Abhängigkeit von US-Anbietern verringern will, ob Kooperationen mit lokalen Forschungseinrichtungen wie der Ruhr-Universität bestehen und ob eine vollständige Umstellung auf Open-Source-Software geprüft wurde.
Die Anfrage unterstreicht Bochums Position als Smart-City-Standort mit international anerkannten IT-Sicherheitsforschungseinrichtungen und sieht darin eine besondere Verpflichtung zur praktischen Umsetzung digitaler Souveränität.
Schreibe einen Kommentar