Beratungsfolge
| Datum | Gremium | Ergebnis |
|---|---|---|
| 22.01.2026 | Bezirksvertretung Bochum-Mitte | noch nicht beraten |
Die Zentralbibliothek bereitet sich auf den Umzug ins Haus des Wissens vor. Eine CDU-Anfrage zur Bestandspflege beantwortet die Verwaltung mit Verweis auf klare Zuständigkeiten zwischen öffentlichen und wissenschaftlichen Bibliotheken.
Die Stadtbücherei entfernt im Durchschnitt rund 20.000 Medieneinheiten pro Jahr aus ihrem Bestand. Das geht aus einer Antwort der Verwaltung auf eine Anfrage der CDU-Bezirksfraktion Mitte hervor. Die Aussonderungen entsprechen der Zahl der jährlichen Neuerwerbungen und betreffen Belletristik, Sachliteratur sowie Non-Book-Medien gleichermaßen.
Hierarchie der Weiterverwertung
Für aussortierte Werke hat die Stadtbücherei ein mehrstufiges Verfahren etabliert. Stark verschlissene Medien werden recycelt, gut erhaltene Kinder- und Jugendmedien gehen an Kooperationspartner wie Schulen und Sozialeinrichtungen. Weitere Bestände werden über den Dienstleister Ammareal im Sinne der Circular Economy weiterverwertet. Zudem finden regelmäßig Bücherflohmärkte statt.
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Jetzt abonnierenFachlektoren entscheiden nach Kriterienkatalog
Die Entscheidung über Aussonderungen treffen die zuständigen Fachlektorinnen und Fachlektoren auf Basis eines Kriterienkatalogs. Dieser berücksichtigt neben der Ausleihquote auch inhaltliche Relevanz und thematische Vielfalt. In den Zweigstellen liegt die Verantwortung bei der jeweiligen Leitung.
Keine Gefahr für historische Informationen
Die Verwaltung weist Bedenken hinsichtlich eines möglichen Informationsverlustes zurück. Sie unterscheidet klar zwischen dem Auftrag einer öffentlichen Bibliothek und dem einer wissenschaftlichen Archivbibliothek. Veraltete Informationen etwa in Medizin oder Technik würden gezielt entfernt, um die Qualität zu sichern. Für wissenschaftliche Forschung seien Universitätsbibliotheken zuständig.
Eine wichtige Ausnahme bilden Medien mit direktem lokalen Bezug: Heimatkundliche Literatur und Werke mit Bochum-Bezug sind von der nachfrageorientierten Aussonderung ausgenommen und werden dauerhaft bewahrt.
Umzug ins Haus des Wissens
Die Flächenplanung im künftigen Haus des Wissens folgt einem modernen Nutzungskonzept. Neben der Medienpräsentation werden verstärkt Aufenthaltsqualität, Lernräume und Veranstaltungsflächen berücksichtigt. Die ursprünglich für 2023 geplante externe Evaluation der Bibliothekskonzeption konnte mangels Fördermitteln nicht realisiert werden. Die strategischen Ziele würden jedoch intern fortgeschrieben.
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