Beratungsfolge
| Datum | Gremium | Ergebnis |
|---|---|---|
| 11.12.2025 | Haupt-, Wirtschafts- und Finanzausschuss | Die Verwaltung zieht die Vorlage zurück. |
Die Verwaltung schlägt den Beitritt zu einem neuen Verein vor, der die Digitalisierung von Kommunen beschleunigen soll. Als Gründungsmitglied würde die Stadt besondere Gestaltungsmöglichkeiten erhalten und von gemeinsamen digitalen Lösungen profitieren.
Verein soll Digitalisierung vorantreiben
Der Haupt-, Wirtschafts- und Finanzausschuss wird am 11. Dezember über die Mitgliedschaft im „GovTech Kommunal e.V.“ entscheiden. Der Verein befindet sich noch in Gründung und soll im Winter 2025 als gemeinnütziger, eingetragener Verein entstehen. Ziel ist es, die Kräfte der Kommunen zu bündeln und den verantwortungsvollen Einsatz innovativer Technologie im öffentlichen Sektor zu fördern.
GovTech Kommunal entsteht unter dem Dach von GovTech Deutschland e.V., einer gemeinsamen Gründung von Bundesregierung und Ländern. Das bundesweite GovTech-Ökosystem umfasst bereits über 150 Partner aus Verwaltung, Technologieunternehmen und Forschungseinrichtungen.
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Jetzt abonnierenDrei Säulen des Angebots
Das inhaltliche Angebot für Mitgliedskommunen gliedert sich in drei Bereiche:
Learning
GovTech Kommunal bietet anwendungsorientierte Tech- und Digital-Weiterbildungen speziell für Verwaltungen. Die virtuellen Kurse zu Themen wie Cybersecurity, Künstliche Intelligenz und Cloud können ohne zusätzliche Kosten von städtischen Mitarbeitern besucht werden. Ab Mitte 2026 soll eine digitale Lernplattform mit personalisierten Lernpfaden folgen.Lösungsentwicklung
Dank der sogenannten Inhouse-Fähigkeit können Mitgliedskommunen GovTech Kommunal direkt – ohne Ausschreibung – beauftragen. In sechs- bis zwölfwöchigen Vorprojekten wird der konkrete Bedarf ermittelt und der Markt sondiert. Die Kosten belaufen sich auf 25.000 bis 45.000 Euro netto. Anschließend entstehen gemeinsam mit Unternehmen einsatzfähige digitale Produkte.Deutschlandplattform
Als zentrale Innovation plant GovTech eine gemeinsame digitale Plattform für alle Verwaltungsebenen. Sie funktioniert als modulare Multi-Cloud-Umgebung und gleichzeitig als „Appstore“ für den öffentlichen Sektor. Kommunen können cloudbasierte Fachanwendungen ohne weitere Ausschreibung nutzen und eigene Anwendungen bereitstellen.Vorteile als Gründungskommune
Als Gründungsmitglied würde die Stadt besondere Mitgestaltungsmöglichkeiten erhalten, etwa bei der Auswahl von Pilotanwendungen auf der Deutschlandplattform. In der jährlichen Mitgliederversammlung, dem zentralen Entscheidungsgremium, soll CDO Denes Kücük die Stadt vertreten.
Kosten und Finanzierung
Der jährliche Mitgliedsbeitrag ist nach Gemeindegrößenklassen gestaffelt und beläuft sich für Bochum auf 8.000 Euro. Diese werden künftig aus dem Budget der Stabsstelle Digitalisierung finanziert. Die ordentliche Mitgliedschaft steht nur deutschen Städten, Gemeinden und Landkreisen offen.
Die Verwaltung sieht in der Mitgliedschaft große Chancen für die weitere Digitalisierung der Stadtverwaltung und den verstärkten Einsatz digitaler Technologien insgesamt.
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