Die AfD-Fraktion in der Bezirksvertretung Bochum-Mitte schlägt vor, die Lersch-Straße nicht umzubenennen, sondern einfach einen anderen Namensgeber festzuschreiben. Statt des umstrittenen „Arbeiterdichters“ Heinrich Lersch soll die Straße nach einem Kölner Abdecker und Hundefänger aus dem 19. Jahrhundert benannt werden.
Änderungsantrag als kostensparende Alternative
Die AfD-Fraktion hat einen Änderungsantrag zu einem Umbenenungsantrag von SPD, Grünen und Linken eingereicht. Während die anderen Fraktionen eine komplette Umbenennung der Lersch-Straße fordern, schlägt die AfD eine pragmatische Alternative vor: Die Stadtverwaltung soll in den entsprechenden Unterlagen festhalten, dass die Straße nach Andreas Leonard Lersch benannt ist – einem 1840 in Köln geborenen Abdecker und Hundefänger.
Einigkeit über problematischen Namensgeber
In der Begründung des Antrags stimmt die AfD-Fraktion den anderen Parteien zu, dass Heinrich Lersch, den sie als „Hitlerverehrer“ und „Verfasser schlechter Liebesgedichte und schwülstiger nationalpathetischer Kriegslyrik“ bezeichnet, keine Straße gewidmet sein sollte.
Kostengründe als Hauptargument
Als Hauptargument gegen eine Umbenennung führt die AfD hohen Verwaltungsaufwand und erhebliche Kosten für die Anwohner an. Diese müssten Personalausweise umschreiben lassen und Banken, Versicherungen sowie Freunde über die neue Adresse informieren. Diese Kosten seien „nur des guten Gefühls wegen nicht gerechtfertigt“.
Andreas Leonard Lersch als „leuchtendes Vorbild“
Der vorgeschlagene neue Namensgeber Andreas Leonard Lersch wird als „Kölner Original“ beschrieben, der zunächst erfolgloser Schauspieler war und dann als Abdecker „durch tätige Arbeit die hygienischen Umstände seiner Stadt erheblich verbesserte“. Durch sein System, herrenlose Hunde einzufangen und erst gegen Vorsprache der Besitzer wieder herauszugeben, steigerte er das Hundesteueraufkommen Kölns in zwei Jahren um fast 150 Prozent.
Die AfD argumentiert, dass dieser Andreas Leonard Lersch in einer „theateraffinen Stadt wie Bochum, die stolz ist auf einen der höchsten Hundesteuersätze in NRW, in vielerlei Hinsicht als leuchtendes Vorbild dienen“ könne.
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