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SPD, Grüne und Linke fordern Umbenennung der Lerschstraße

Beratungsfolge

DatumGremiumErgebnis
23.04.2026Bezirksvertretung Bochum-Mittenoch nicht beraten

Drei Fraktionen in der Bezirksvertretung Mitte wollen die nach dem NS-Sympathisanten Heinrich Lersch benannte Straße umbenennen. Als neue Namensgeberin schlagen sie die ehemalige Bezirksvorsteherin Margret Kozik vor.

Die SPD-, Grüne- und Linke-Fraktion in der Bezirksvertretung Bochum-Mitte haben einen gemeinsamen Antrag zur Umbenennung der Lerschstraße eingereicht. Die Verwaltung soll prüfen, die Straße nach einer geeigneten Frau zu benennen und die Anwohner in den Prozess einzubeziehen.

Begründung: NS-Verstrickungen des Namensgebers

Heinrich Lersch, nach dem die Stichstraße von der Baarestraße in Stahlhausen benannt ist, war ein deutscher Arbeiterdichter, der 1889 in Mönchengladbach geboren wurde und 1936 verstarb. Seine Verstrickungen mit dem NS-Regime sind der Grund für den Umbenennungsantrag: Im Oktober 1933 gehörte er zu den 88 deutschen Schriftstellern, die das „Gelöbnis treuester Gefolgschaft für Adolf Hitler“ unterzeichneten. 1934 unterzeichnete er einen Aufruf zur Vereinigung der Ämter des Reichskanzlers und Reichspräsidenten in Hitler, 1935 trat er in die NSDAP ein.

Margret Kozik als Namensgeberin vorgeschlagen

Als neue Namensgeberin kommt die ehemalige SPD-Bezirksvorsteherin Margret Kozik in Betracht, die von 1996 bis 1999 im Stadtbezirk Mitte tätig war. Die Antragsteller würdigen ihr Engagement für die Menschen im Stadtbezirk als „Beispiel für gelebte und vielfältige Demokratie“.

Anwohner sollen einbezogen werden

Da eine Straßenumbenennung erhebliche Auswirkungen für die Anwohner hat, sollen diese in den Prozess einbezogen werden. An der Lerschstraße gibt es laut Kataster zehn Hausnummern. Zudem soll geprüft werden, ob sich die Stadt an den anfallenden Kosten für die Anwohner beteiligen kann. Als Vorbild nennen die Fraktionen die Stadt Herne, die kürzlich die Umbenennung der Heinrich-Lersch-Straße beschlossen hat.

Der Antrag wird in der 5. Sitzung der Bezirksvertretung Bochum-Mitte am 23. April 2026 behandelt.

Unterlagen

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