Beratungsfolge
| Datum | Gremium | Ergebnis |
|---|---|---|
| 20.11.2025 | Rat | Die Anfrage wird schriftlich beantwortet. |
Die Ratsgruppe Die STADTGESTALTER / Volt kritisiert die unzureichende Barrierefreiheit im Ruhrstadion und fordert im Rahmen der bis 2028 geplanten 70-Millionen-Euro-Sanierung umfassende Verbesserungen. Besonders die Anzahl der Rollstuhlplätze und sanitären Anlagen für Menschen mit Behinderungen stehen in der Kritik.
Deutlicher Nachholbedarf bei Rollstuhlplätzen
Das Ruhrstadion bietet aktuell nur 60 spezielle Plätze für mobilitätseingeschränkte Zuschauende im Bereich der Nordtribüne. Nach der Verordnung über den Bau und Betrieb von Versammlungsstätten (SBauVO NRW) müssten jedoch mindestens ein Prozent der Besucherplätze für Rollstuhlnutzende freigehalten werden. Bei der aktuellen Kapazität von 26.000 Zuschauenden entspräche dies 260 Plätzen. Auch die UEFA-Empfehlungen, die auf EU-Standards basieren, sehen 168 Rollstuhlplätze vor.
Die Ratsgruppe kritisiert zudem, dass die bestehenden Plätze nicht vor Regen geschützt sind und ausschließlich in den untersten Tribünenbereichen angeboten werden. Im Gästebereich gibt es keine Rollstuhlplätze, obwohl andere Stadien wie Frankfurt oder Freiburg entsprechende Angebote vorhalten.
Mangelhafte sanitäre Ausstattung
Für die 60 Rollstuhlplätze stehen nach Angaben betroffener Zuschauender lediglich zwei rollstuhlgerechte WC-Anlagen zur Verfügung. Die Ratsgruppe verweist auf innovative Lösungen anderer Stadien: Vereine wie HSV, SC Freiburg, Hertha BSC und Hannover 96 bieten bereits „Toiletten für alle“ mit höhenverstellbaren Pflegeliegen und Liftern an.
Vorbilder für Inklusion aus anderen Stadien
Als positive Beispiele führt Volt verschiedene Inklusionsmaßnahmen anderer Vereine an. Der SC Freiburg betreibt ein „Team Gebärdensprache“, das Stadionprogramme übersetzt und auf den Videowänden einblendet. Arminia Bielefeld hat eine „Autisten-Loge“ mit schallarmen Rückzugsräumen eingerichtet.
Sieben konkrete Fragen an die Verwaltung
Die Anfrage umfasst sieben detaillierte Fragen zur Umsetzung einer „Toilette für alle“, Verbesserungen der WC-Anlagen, Bewertung der aktuellen Rollstuhlplatz-Situation sowie mögliche Inklusionsmaßnahmen nach dem Vorbild anderer Stadien. Auch die Vorteile eines hypothetischen Stadionneubaus für die Barrierefreiheit werden thematisiert.
Die Antworten sollen den noch zu bildenden Fachausschüssen vorgelegt werden.
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