Beratungsfolge
| Datum | Gremium | Ergebnis |
|---|---|---|
| 07.05.2026 | Rat | noch nicht beraten |
Die Stadtverwaltung hat auf eine CDU-Anfrage zur „Grünen Welle“ auf Bochumer Hauptverkehrsachsen geantwortet. Von 381 städtischen Ampeln haben 168 noch veraltete Steuergerätetechnik, nur etwa 5-10 Modernisierungen pro Jahr sind mit den verfügbaren Mitteln möglich.
Die Anfrage der CDU-Fraktion um Dr. Andreas Bracke zur mangelhaften Koordination der Ampelschaltungen in der Stadt hat eine detaillierte Antwort der Verwaltung zur Folge gehabt. Die CDU hatte kritisiert, dass an den wenigsten Stellen im Stadtgebiet der Eindruck einer durchdachten „Grünen Welle“ entstehe.
Wartezeiten-Minimierung hat hohe Priorität
Die Verwaltung betont, dass die Minimierung von Wartezeiten für alle Verkehrsteilnehmer stets das Ziel sei. Die Signalzeiten würden nach anerkannten Regeln der Technik und aktuellen Regelwerken berechnet, dabei erfolge stets eine Abstimmung mit benachbarten Anlagen für einen koordinierten Verkehrsfluss im Gesamtnetz.
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Jetzt abonnierenVeraltete Technik behindert Optimierung
Von den 381 Lichtsignalanlagen in städtischer Zuständigkeit sind bereits 210 auf LED-Technik umgerüstet. Weitere etwa 20 Anlagen befinden sich in Zuständigkeit von Straßen.NRW und der Autobahn GmbH. Problematisch sind 168 Anlagen mit veralteter Steuergerätetechnik, die nicht mehr weiterentwickelt wird und bei denen Optimierungen nur mit erheblichem Aufwand möglich sind.
Aktuell sind 249 Signalanlagen an den Verkehrsrechner angebunden, davon 66 in einer modernen Verbindungsart, die schnelle Änderungen ermöglicht. Diese werden regelmäßig geprüft und optimiert. Weitere 23 Anlagen befinden sich im Verbindungsverlust, hauptsächlich durch Kabelbeschädigungen bei Baumaßnahmen Dritter.
ÖPNV-Bevorrechtigung beeinflusst Verkehrsfluss
Die Steuerung berücksichtigt Fußgänger, Radverkehr, motorisierten Individualverkehr und ÖPNV. Besonders die Bevorrechtigung des ÖPNV, beispielsweise der U35 an der Kreuzung Universitätsstraße/Wasserstraße, führe regelmäßig zu Eingriffen in den Signalablauf und beeinflusse die Leistungsfähigkeit des motorisierten Verkehrs.
Verkehrsteilnehmer-Verhalten als Optimierungspotential
Die Verwaltung sieht ein wesentliches Optimierungspotential auch im Verhalten der Verkehrsteilnehmer. Ein relevanter Anteil an Verlustzeiten entstehe durch verzögertes Reagieren auf Freigaben, insbesondere durch Ablenkungen wie mobile Endgeräte. Bereits Verzögerungen von wenigen Sekunden beim Anfahren führten zu messbaren Kapazitätsverlusten.
Grüne Wellen müssten auf die örtlich zulässige Höchstgeschwindigkeit ausgelegt werden. Bereits geringfügige Geschwindigkeitsüberschreitungen führten dazu, dass Fahrzeuge verfrüht an der nächsten Anlage ankommen und erneut anhalten müssen.
Modernisierung abhängig von Haushaltsmitteln
Die weitere Modernisierung erfolgt sukzessive mit etwa 5-10 Modernisierungen pro Jahr, abhängig von verfügbaren Haushaltsmitteln und personellen Kapazitäten. Bei größeren Baumaßnahmen werden Lichtsignalanlagen mitmodernisiert. Wo solche Maßnahmen in den nächsten Jahren vorgesehen sind, wird auf vorzeitige Modernisierung verzichtet, um Doppelarbeiten zu vermeiden.
Anpassung bei längeren Baustellen
Bei länger andauernden Baustellen werden Signalprogramme angepasst, um insbesondere auf Umleitungsstrecken einen verbesserten Verkehrsabfluss zu ermöglichen. Für jede Baumaßnahme wird individuell geprüft, ob das Verhältnis zwischen Anpassungsaufwand und voraussichtlicher Baustellendauer angemessen ist.
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