Beratungsfolge
| Datum | Gremium | Ergebnis |
|---|---|---|
| 03.12.2025 | Bezirksvertretung Bochum-Ost | Einstimmig nach Beschlussvorschlag bei vier Enthaltungen (AfD) |
Die 90 Jahre alten Kanäle in der Alten Bahnhofstraße zwischen Ümminger Straße und Lünsender Straße sollen für 7,1 Millionen Euro erneuert werden. Die Bezirksvertretung Bochum-Ost entscheidet am 3. Dezember über das Projekt.
Marode Infrastruktur aus den 1930er Jahren
Die im Jahr 1934 erbauten Kanäle weisen erhebliche bauliche Mängel auf und sind hydraulisch überlastet. Das Tiefbauamt plant deshalb eine umfassende Erneuerung der Abwasserinfrastruktur. Die bestehenden öffentlichen Mischwasserkanäle mit Durchmessern zwischen DN 300 und DN 600 sollen durch einen deutlich größeren Kanal mit DN 1800 ersetzt werden.
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Jetzt abonnierenGeschlossene Bauweise reduziert Beeinträchtigungen
Um die Auswirkungen auf Anwohner und Verkehr zu minimieren, wird der neue Kanal in geschlossener Bauweise hergestellt. Dabei entsteht nur eine Startgrube im Bereich Alte Bahnhofstraße/Lünsender Straße, während sich der Zielschacht auf dem Gelände der DITIB-Gemeinde befindet. Insgesamt werden rund 530 Meter Kanal verlegt.
Umfangreiche Verkehrsbeeinträchtigungen erwartet
Trotz der schonenden Bauweise sind erhebliche Verkehrsbeeinträchtigungen unvermeidlich. Die Alte Bahnhofstraße wird abschnittsweise voll gesperrt, wobei die Sperrungen entsprechend dem Baufortschritt wandern. Der Fußgängerüberweg Hohe Eiche wird aufgehoben und durch eine mobile Baustellenampel an der Kreuzung Lünsender Straße/Hohe Eiche ersetzt.
14 Bäume müssen weichen
Für das Projekt müssen 14 Bäume entfernt werden, die nach Abschluss der Bauarbeiten ersetzt werden sollen. Der Naturschutzbeirat erteilte bereits am 2. September 2025 eine Befreiung für die geschützte Baumallee.
Finanzierung über drei Jahre
Die Gesamtkosten von 7,1 Millionen Euro (inklusive Mehrwertsteuer) verteilen sich auf die Haushaltsjahre 2025 bis 2027. Bereits eingeplant sind 2,925 Millionen Euro, die weiteren benötigten Mittel sollen durch Umschichtungen bereitgestellt werden. Der Baubeginn ist für das zweite Quartal 2026 vorgesehen, die Bauzeit beträgt etwa 22 Monate.
Langfristige finanzielle Folgen
Für die Stadt entstehen dauerhafte Folgekosten: Der jährliche Abschreibungsaufwand beläuft sich bei 80 Jahren Nutzungsdauer auf 88.750 Euro. Hinzu kommen Zinskosten von durchschnittlich 124.000 Euro jährlich über 30 Jahre bei einem angenommenen Zinssatz von 3,39 Prozent.
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