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STADTGESTALTER/Volt fordern mehr Schutzwohnungen für Gewaltopfer

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Beratungsfolge

DatumGremiumErgebnis
05.02.2026RatDie Anfrage wird schriftlich beantwortet.

Die Ratsgruppe STADTGESTALTER/Volt hat eine umfangreiche Anfrage zur Verbesserung der Schutzangebote für von häuslicher Gewalt betroffene Menschen eingereicht. Mit 11 Detailfragen fordern sie Antworten zu alternativen Wohnformen, Unterstützung für alle Geschlechter und den Umgang mit besonderen Bedürfnissen wie Haustiermitnahme.

Dramatische Zahlen bei Frauenhaus-Abweisungen

Die Anfrage zur Ratssitzung am 5. Februar 2025 macht auf ein gravierendes Problem aufmerksam: In den Jahren 2023 und 2024 musste das Frauenhaus jeweils über 200 Frauen abweisen. Diese Ablehnungen erfolgten nicht nur aufgrund fehlender Kapazitäten, sondern auch wegen der Gefährdung der Anonymität oder räumlicher Nähe zum Partner.

Das von der Caritas betriebene Frauenhaus bietet derzeit 14 Plätze für Frauen und 15 für Kinder. Nach der Istanbul-Konvention, die 2,5 Plätze pro 10.000 Einwohnende fordert, müsste die Zahl bei über 90 Plätzen liegen.

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Schutzwohnungen als Lösungsansatz

Als Alternative schlagen die STADTGESTALTER vor, nach dem Vorbild anderer Kommunen sogenannte Frauenschutzwohnungen einzurichten. Stabilisierte Frauen könnten in diese außerhalb des Frauenhauses gelegenen Wohnungen wechseln und so neue Aufnahmeplätze schaffen. In Essen werden bereits drei solcher Schutzwohnungen eingerichtet.

Besondere Bedürfnisse im Fokus

Die Anfrage thematisiert auch spezielle Problemlagen: Die Mitnahme von Haustieren ist im Bochumer Frauenhaus derzeit nicht möglich, während Warendorf drei entsprechende Wohnungen vorhält. Für nicht-binäre Menschen existieren in NRW gar keine speziellen Schutzangebote, obwohl diese Gruppe besonderen Diskriminierungen ausgesetzt ist.

Männer als vergessene Opfergruppe

Besondere Aufmerksamkeit widmet die Anfrage männlichen Gewaltopfern. Nach aktuellen Zahlen des Bundeskriminalamtes sind 29,5 Prozent der Betroffenen von häuslicher Gewalt männlich. Im gesamten Ruhrgebiet fehlen entsprechende Schutzangebote, während in Mönchengladbach, Köln, Düsseldorf und Ostwestfalen/Münsterland bereits spezielle Angebote für Männer existieren.

Umfangreicher Fragenkatalog

Die 11 Fragen umfassen unter anderem aktuelle Abweisungszahlen für 2025, Auslastungsstatistiken der letzten drei Jahre, die Rolle der städtischen Wohnungsbaugesellschaft VBW bei der Wohnungsvermittlung und Konzepte für zukünftige Schutzwohnungen. Auch nach Polizeieinsätzen im Umfeld des Frauenhauses und interkommunalen Kooperationsmöglichkeiten wird gefragt.

Unterlagen

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