Beratungsfolge
| Datum | Gremium | Ergebnis |
|---|---|---|
| 05.02.2026 | Rat | noch nicht beraten |
Angesichts eines erwarteten Jahresfehlbetrags von über 90 Millionen Euro wollen die Fraktionen eine externe Unternehmensberatung mit der Analyse und Neuausrichtung des Nahverkehrsbetreibers beauftragen. Der Antrag sieht weitreichende Maßnahmen vor – von leistungsbezogener Vorstandsvergütung bis zur Vision eines fusionierten Ruhrgebiets-Verkehrsbetriebs.
Zur Ratssitzung am 5. Februar 2026 haben Volt und Die Stadtgestalter einen umfangreichen Änderungsantrag zum Wirtschaftsplan der Bochum-Gelsenkirchener Straßenbahnen AG eingebracht. Der Antrag enthält zehn strategische Handlungsfelder, die das Unternehmen grundlegend modernisieren sollen.
Netzausbauplan 2040 und neue Vergütungsmodelle
Kernpunkt ist die Erarbeitung eines stadtgrenzenüberschreitenden Netzausbauplans bis 2040, der alle Verkehrsmittel umfassen und mit benachbarten Kommunen abgestimmt werden soll. Zudem fordern die Antragsteller, dass künftige Vorstandsverträge deutlich stärker an Leistungskriterien gekoppelt werden – gemessen am Kundenzuwachs und der wirtschaftlichen Entwicklung.
Ratskompass-Newsletter
Neue Ratsentscheidungen direkt ins Postfach. Kostenlos, werbefrei, jederzeit abbestellbar.
Jetzt abonnierenAutomatisierung und Fusion als Zukunftsvision
Die BOGESTRA soll nach dem Willen der Fraktionen zum „Branchenvorreiter in Automatisierung, autonomem Fahren und dem Einsatz von KI“ werden. Als erste konkrete Maßnahme wird die Einstellung der Mutti-App gefordert. Langfristig schwebt den Antragstellern eine Fusion aller Verkehrsbetriebe im Ruhrgebiet vor. Dafür soll eine eigene strategische Abteilung oder Tochtergesellschaft gegründet werden.
Fahrgastbeirat und mehr Barrierefreiheit
Weitere Forderungen umfassen die Einrichtung eines gewählten Fahrgastbeirats nach Frankfurter Vorbild, verstärkte Kooperationen mit Subunternehmen auf nachfrageschwächeren Linien sowie eine Verdoppelung der Anstrengungen bei der Barrierefreiheit.
Sinkender ÖPNV-Anteil als Alarmsignal
In der Begründung verweisen die Antragsteller auf den rückläufigen ÖPNV-Anteil am Modal Split: Dieser sei von 15,8 Prozent im Jahr 2013 auf 13,3 Prozent im Jahr 2023 gesunken – während deutsche Metropolen im Schnitt 21 Prozent erreichten. Ohne Gegenmaßnahmen drohe eine Einstellung von Angebotsteilen und Stellenabbau.
Schreibe einen Kommentar