Stadt Bochum führt Hitzeaktionsplan und Meldekette bei Hitzewellen ein

Beratungsfolge

DatumGremiumErgebnis
07.05.2026Ratnoch nicht beraten

Die Stadt Bochum hat einen Hitzeaktionsplan entwickelt, um vulnerable Personengruppen vor klimabedingten Hitzebelastungen zu schützen. Als zentrale Maßnahme wird eine kommunale Meldekette eingeführt, die bei Hitzewarnungen des Deutschen Wetterdienstes aktiviert wird.

Die Stadt Bochum ist aufgrund ihrer geographischen Lage und urbanen Struktur besonders von klimawandelbedingten Hitzebelastungen betroffen. Besonders gefährdet sind dabei ältere Menschen, Menschen mit gesundheitlichen Vorbelastungen, Kinder sowie Wohnungs- und Obdachlose.

Integrierter Ansatz mit vier Handlungsfeldern

Ein ämterübergreifendes Kernteam aus der Stabsstelle für Klima & Nachhaltigkeit, dem Gesundheitsamt, dem Tiefbauamt, dem Referat für Krisenmanagement & Bevölkerungsschutz und dem Sozialamt hat einen integrierten Hitzeaktionsplan entwickelt. Dieser folgt vier Handlungsfeldern:

  • Information & Kommunikation
  • Kurzfristige Maßnahmen vor und während akuter Hitzeperioden
  • Langfristige Maßnahmen zur Hitzereduktion
  • Monitoring, Evaluation und Verstetigung

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Meldekette bei DWD-Hitzewarnungen

Das zentrale neue Element des Hitzeaktionsplans ist eine kommunale Meldekette, die bei Hitzewarnungen des Deutschen Wetterdienstes (DWD) aktiviert wird. Das Referat für Krisenmanagement und Bevölkerungsschutz erhält die DWD-Warnung und leitet sie über Group-Alarm an die betroffenen städtischen Ämter weiter. Diese informieren dann zielgruppenspezifisch Multiplikatoren wie soziale Einrichtungen, Vereine oder Netzwerke.

Die Meldekette wird in folgenden Fällen ausgelöst:

  • Bei der ersten Warnung des Jahres – unabhängig von Warnstufe und Anzahl der Hitzetage
  • Bei mindestens drei aufeinanderfolgenden Tagen der Warnstufe I
  • Bei einer Hitzewarnung der Warnstufe I+ (mit Zusatzinformation)
  • Bei einer Hitzewarnung der Warnstufe II

Beteiligung am Projekt HAP.regio

Die Stadt beteiligt sich aktiv am durch die EU und das Landesumweltministerium geförderten Projekt HAP.regio (Hitzeaktionsplanung in der Emscherregion). Gemeinsam mit anderen Kommunen der Zukunftsinitiative Klima.Werk sowie Emschergenossenschaft und Lippeverband werden seit 2024 standardisierte Arbeits- und Entscheidungshilfen für kommunale Hitzeaktionsplanung entwickelt.

Bestehende Maßnahmen werden ausgebaut

Bereits bestehende Klimaanpassungsmaßnahmen zum Hitzeschutz werden im Hitzeaktionsplan gebündelt und ausgebaut. Dazu gehören Trinkwasserangebote, Wasserflächen an zentralen Plätzen, Schwammstadt-Projekte wie im Ostpark oder Baumrigolen sowie der Ausbau von Klima- und Wetterstationen.

Ein Probedurchlauf der Meldekette ist vor dem Sommer geplant, damit das System ab Sommer 2026 starten kann.

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