Die Bezirksvertretung Bochum-Mitte entscheidet am 23. April über eine Bürgeranregung zur Verkehrssituation in den schmalen Wohnstraßen östlich der Herner Straße. Die Verwaltung hat bereits konkrete Maßnahmen eingeleitet.
Anliegen der Bürger
Einwohner des Wohngebiets östlich der Herner Straße haben sich mit einer Anregung gemäß § 24 der Gemeindeordnung NRW an die Stadt gewandt. Sie kritisieren, dass Durchfahrtssperren in den Straßen „Am Hausacker“ und „Eduardstraße“ den Verkehr lediglich in benachbarte Straßen verlagert haben, anstatt ihn wirksam zu reduzieren.
Besonders problematisch sei die Situation in der Windthorststraße und Am Wiedelskamp. Die Antragsteller beschreiben folgende Probleme:
- Fahrbahnbreite von nur etwa 3,95 Metern bei regelmäßigem Begegnungsverkehr
- Gehwege mit nur 0,6 Metern Breite in schlechtem baulichen Zustand
- Faktische Unnutzbarkeit für mobilitätseingeschränkte Menschen, Senioren, Eltern mit Kinderwagen oder Kinder
- Dauerhafte Gefährdung durch das Ausweichen von Fußgängern auf die Fahrbahn
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Jetzt abonnierenVerkehrszählung bestätigt Problematik
Eine Verkehrszählung am 13. Mai 2025 untermauerte die Bedeutung des Fußverkehrs in diesem Bereich: Zwischen 7:00 und 19:00 Uhr wurden rund 480 Fußgänger erfasst – mehr als Kraftfahrzeuge im gesamten Tagesverlauf. Trotz der zulässigen Höchstgeschwindigkeit von 30 km/h wird diese laut den Antragstellern erheblich missachtet, in der Spitzenstunde durchfahren über 60 Fahrzeuge den Bereich.
Kartendaten: © OpenStreetMap
Verschärfung durch geplante Veloroute befürchtet
Die Problematik könnte sich zusätzlich verschärfen, wenn wie geplant die Veloroute durch diese Straßen geführt wird. Eine weitere Bündelung von Rad- und Kfz-Verkehr auf der schmalen Fahrbahn ohne sichere Gehwege würde den Nutzungsdruck erheblich erhöhen.
Verwaltung hat bereits gehandelt
Die Verwaltung weist in ihrer Antwort darauf hin, dass bereits Maßnahmen eingeleitet wurden. Im Beschluss mit der Vorlagennummer 20260603 wurde das Vorziehen einer Durchfahrtssperre in der Windhorststraße sowie eine damit verbundene Evaluation beschlossen.
Da die Umsetzung der geplanten Veloroute 1 noch nicht terminiert werden kann, sei es sinnvoll, verkehrliche Fragestellungen unabhängig davon zu betrachten. Die Verwaltung will kurzfristig Maßnahmen umsetzen, die zur Verbesserung der Verkehrssicherheit beitragen.
Verwaltung empfiehlt Erledigung
Die Verwaltung empfiehlt der Bezirksvertretung, die Anregung für erledigt zu erklären, da die Bürgeranregungen geprüft und bereits entsprechende Beschlüsse gefasst wurden.
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