Beratungsfolge
| Datum | Gremium | Ergebnis |
|---|---|---|
| 29.05.2026 | Beirat „Leben im Alter“ | noch nicht beraten |
| 02.06.2026 | Ausschuss für Arbeit, Gesundheit und Soziales | noch nicht beraten |
Die Stadt hat ein Pilotprojekt zur besseren Vernetzung in der Versorgung psychisch erkrankter älterer Menschen beendet. Dabei wurden zentrale Versorgungslücken identifiziert und die Zusammenarbeit zwischen verschiedenen Fachdiensten erprobt. Aus den Erkenntnissen leitet die Verwaltung konkrete Handlungsempfehlungen ab.
Projektphase brachte wichtige Erkenntnisse
Von Herbst 2024 bis April 2026 führten die Stabsstelle Leben im Alter und das Gesundheitsamt gemeinsam eine Facharbeitsgruppe zur alterspsychiatrischen Versorgung durch. Das Projekt war sowohl im Handlungsplan Leben im Alter als auch in der Psychiatrieplanung verankert.
In der Projektphase arbeiteten Mitarbeitende des Fachdienstes Altenhilfe und des Sozialpsychiatrischen Dienstes (SpD) erstmals systematisch zusammen. Dabei bearbeiteten sie gemeinsam etwa 30 Fälle und stellten deutliche Synergieeffekte sowie mehr Handlungssicherheit fest. Die bisher geltende Altersgrenze von 65 Jahren als alleiniges Zuordnungskriterium wurde aufgehoben.
Ratskompass-Newsletter
Neue Ratsentscheidungen direkt ins Postfach. Kostenlos, werbefrei, jederzeit abbestellbar.
Jetzt abonnierenKomplexe Mehrfachproblemlagen erfordern neue Ansätze
Die Untersuchung zeigte, dass die Zielgruppe in der Regel komplexe Mehrfachproblemlagen aufweist. Dazu gehören:
- Kombinationen aus psychiatrischer Erkrankung und Pflegebedarf
- Finanzielle Problemlagen
- Bedrohte Wohnverhältnisse
- Soziale Isolation
Eine angemessene Versorgung erfordert nach den Projekterfahrungen aufsuchende Arbeit mit hohem Zeitaufwand und multiprofessioneller Perspektive.
Bedarfsabfrage bestätigt Kooperationsbedarf
Im März 2026 befragten die Projektverantwortlichen die Fachkräfte beider Dienste anonym zu Arbeitsbelastungen sowie Versorgungs- und Kooperationsbedarfen. Mehr als die Hälfte der Befragten bewertete die Zusammenarbeit zwischen SpD und Fachdienst Altenhilfe als ausbaufähig.
Als häufigste Verbesserungsvorschläge nannten die Fachkräfte:
- Gemeinsame Fallbesprechungen
- Feste Ansprechpartnerinnen
- Digitale Tools zur Fallaufnahme und Dokumentation
Konkrete Schritte für bessere Zusammenarbeit geplant
Aus den Projektergebnissen leitet die Verwaltung mehrere Handlungsempfehlungen ab. Dazu gehören die Benennung fester Ansprechpartnerinnen in beiden Diensten nach Sektoren und Stadtteilen sowie die Entwicklung eines gemeinsamen Ablaufplans zur Klärung von Zuständigkeiten.
Die nächsten Schritte sind bereits terminiert:
- April/Mai 2026: Einsetzung einer gemeinsamen Arbeitsgruppe zur Umsetzungsplanung
- Mai 2026: Gemeinsame Teamsitzungen auf Sektorebene
- Bis Juli 2026: Benennung fester Ansprechpartner*innen
- Ab Juli 2026: Hospitationen und Definition gemeinsamer Standards
- Ab September 2026: Gemeinsame Fortbildungen zu gerontopsychiatrischen Themen
Außerdem soll die bereits etablierte Netzwerkarbeit der Seniorenbüros auf die Sozialen Dienste der psychiatrischen Krankenhäuser ausgeweitet werden.
Schreibe einen Kommentar